Start > Schwangerschaft > Ernährung in der Schwangerschaft

Ernährung in der Schwangerschaft

Ernährung in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft ist eine ausgewogene Ernährung für die Entwicklung Ihres Kindes und Ihre eigene Gesundheit von entscheidender Bedeutung. Wichtig ist eine gleichmäßig Verteilung von 5-6 Mahlzeiten über den Tag. Bedenken Sie, dass Ihr Kind sich stets nur das nehmen kann, was Sie ihm an Nährstoffen zur Verfügung stellen!

Getreideprodukte, Kartoffeln
Täglich:
5 - 6 Scheiben Brot
4 - 6 Kartoffeln oder entsprechende Mengen
Reis oder Nudeln

Bevorzugen Sie Vollkornprodukte, da sie reich an Mineralstoffen, Vitaminen (B 1, B2, E) und Ballaststoffen sind. Statt Brot können Sie morgens z.B. Müsli essen.

Mischen Sie sich lhr eigenes Müsli: Getreideflocken, Nüsse, Sonnenblumenkerne, Weizenkeime, Milch oder Joghurt und Frischobst. Weizenkeime sind reich an Eisen, Folsäure und Vitamin B6. Zu beachten: zu den Vollkornprodukten Vitamin-C-reiche Nahrungsmittel verzehren, da so die Eisenaufnahme verbessert wird.

Fleisch, Fisch, Ei
Um den erhöhten Eisenbedarf schwangerer Frauen zu decken, essen Sie möglichst:

  • 3 - 4 x pro Woche 150 g mageres Fleisch (Schwein, Rind, Geflügel) einschl. Wurst,
  • 1 x pro Woche eine Portion (200 - 250 g) mageren Seefisch (Kabeljau, Seelachs; jodhaltig),
  • 1 x pro Woche eine Portion (100 - 150 g) fettreichen Seefisch (Hering, Makrele, Lachs; Jod, Omega-3- Fettsäuren),
  • 3 - 4 x pro Woche ein Ei.

Obst und Gemüse
Täglich:
2 - 3 Stück Obst
300 - 400 g Gemüse/Salat

Bevorzugen Sie inländische Produkte der Jahreszeit entsprechend, aber auch Bananen wegen ihres Kaliumgehaltes. Diese Nahrungsmittel liefern vor allem Vitamine (Carotin, Vitamin C, Folsäure), Mineral- und Ballaststoffe.

Das besonders in der Schwangerschaft wichtige Vitamin Folsäure (Blutbildung) ist wie die meisten Vitamine sehr hitzeempfindlich. Durch zu langes Kochen kann der Folsäuregehalt der Nahrung fast völlig verloren gehen. Daher sollten Sie täglich auch Rohkost verzehren und Gemüse in nur wenig Wasser bissfest garen. Günstige Quellen für Vitamin C und Folsäure sind im Sommer Beerenobst, im Winter Zitrusfrüchte, aber auch Kohlsorten, Hülsenfrüchte und Weizenkeime.

Hülsenfrüchte haben den höchsten Eiweißgehalt unter den Nahrungspflanzen und sind eine gute Quelle für Vitamine (B 1, Folsäure), Mineralstoffe (Calcium und Eisen) und Ballaststoffe. Hülsenfrüchte können auch eine gute Alternative zu einem Fleischgericht sein.

Auch Nüsse gehören zu den Früchten. Sie enthalten zwar relativ viel Fett, sind jedoch auch vitamin- und mineralstoffreich. Planen Sie Nüsse daher zur Ergänzung Ihrer vollwertigen Ernährung in kleinen Mengen ein.

Fette und Öle
Verwenden Sie als Streichfett möglichst Butter und zur Zubereitung von Speisen hochwertige native Öle, wie z.B. Keim-, Sonnenblumen-, Oliven- oder Distelöl.

Salz
Salzen Sie in der Schwangerschaft mehr als gewohnt Falls Sie sich durch eine salzarme Kost an wenig Salz gewöhnt haben, achten Sie darauf, dass Sie täglich ca. einen Teelöffel Bergkristallsalz verwenden. Bei Gestose-Symptomen ist der Salzverbrauch meist zu niedrig.

Getränke
Trinken Sie mindestens 2 bis 2,5 Liter pro Tag. (1 Glas Milch und ergänzend Mineralwasser, Früchte- und Kräutertees und verdünnte Obstsäfte). Beachten Sie dabei, dass einzelne Teesorten nur kurzfristig und abwechselnd getrunken werden sollten. Auf keinen Fall sollten Sie entwässernde Teesorten trinken wie Brennnesseltee, Zinnkrauttee u.a. Dies gilt für alle Schwangeren und nicht nur für "Gestose-Frauen".

Kaffee und schwarzer Tee sind nur in Maßen empfehlenswert (bis zu zwei Tassen), da sie die Eisenaufnahme erheblich beeinträchtigen und das Koffein auf das Kind übergeht .

Honig
"Die süße Medizin" besteht aus verschiedenen Zuckerarten, vor allem Fruchtzucker (Laevulose), Traubenzucker (Dextrose) und etwas Rohrzucker. Bis ins 17. Jahrhundert war Honig der ausschließliche Süßstoff unserer Küche. Erst seit Einführung des Rohr- und Rübenzuckers wurde der Bienenhonig aus seiner Stellung als "Süßstoff" verdrängt. Gesundheitliche Vorteile hat diese Verdrängung nicht gebracht - im Gegenteil! Die steigende Verwendung von Weißzucker, der vitaminlos und äußerst mineralsalzarm ist, wird von einigen einsichtigen Ernährungsforschern für eine ganze Reihe ernsthafter Krankheiten (Stoffwechselstörungen) verantwortlich gemacht. Der Weißzucker benötigt nämlich zu seiner eigenen Verbrennung erhebliche Mengen Vitamin B1, Mineralien wie Calcium und Phosphor und ist kein Naturprodukt mehr. Deshalb sollte man möglichst Fruchtzucker oder noch viel besser Honig zum Süßen verwenden.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Gestose-Frauen e.V.; www.gestose-frauen.de