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Normales Saugverhalten und die richtige Stilltechnik

Normales Saugverhalten und die richtige Stilltechnik

Nur wenige Frauen ahnen, welche kunstvolle Anlage zur Milcherzeugung sie in Ihrem BH mit sich herumtragen. Es ist ein Automat der Natur, der jeden technischen Vergleich aussticht. Was hier herauskommt, enthält alles, was ein Kind in den ersten sechs Monaten zum Leben braucht.

Vorteile der Muttermilch sind:

  • leicht verdaulich
  • immer temperiert
  • allergiereduzierend bei mindestens 6 Monaten vollen Stillens (Pollen, Gräser, Pflaster, Erdbeeren, ...)
  • enthält Antikörper
  • die Gebärmutter bildet sich besser zurück
  • Stillen erleichtert den Umgang mit dem Kind, stärkt das Selbstvertrauen und eine gute Mutter-Kind Bindung

Normales Saugverhalten

Die Brustwarze und ein Großteil vom Warzenhof wird eingesaugt, wobei die Brustwarze auf etwa das Dreifache ihrer Länge in Ruhe gedehnt wird und bis zum so genannten Saugpunkt, das ist am Übergang zwischen hartem und weichen Gaumen, reicht. Sie befindet sich dann zwischen dem Gaumendach und der Zunge, die den Gaumenboden inklusive der unteren Zahnleiste bedeckt. Die seitlichen Zungenränder formen dabei eine Rinne, die die Warze umschließt. Die Milch wird durch eine von vorne nach hinten gerichtete wellenförmige Zungenbewegung aus den Milchseen gedrückt und zur Rachenhinterwand befördert. Dadurch wird der Schluckreflex ausgelöst. Typisch für den Vorgang des Stillens ist das "Ausmelken" der Milch aus den Milchseen durch den wellenförmigen Kompressionsdruck der Zunge. Dabei werden die Brustwarze und Warzenvorhof im Mund des Babys nur minimal bewegt und Reibung am Brustgewebe vermieden.

Die nach außen gestülpten Lippen, die Zahnleisten und die Zunge schließen die Mundhöhle luftdicht ab, so dass ein Vakuum entstehen kann. Der vordere Rand der Zunge befindet sich dabei außerhalb der unteren Zahnleiste und ist am Saum der Unterlippe sichtbar.

Das richtige Anlegen

  • Suchen Sie sich einen bequemen Sessel in dem Sie aufrecht sitzen können und die Beine ganz zum Boden reichen.
  • Wenn Sie gerne ihr Kind im Liegen stillen möchten, beachten Sie bitte die gleichen Regeln wie unter Punkt 1 - Liegen Sie bequem und achten Sie bitte darauf, dass Ihre Brust und der Kopf ihres Kindes auf der selben Höhe liegen. Stützen Sie sich bitte nicht mit dem Ellenbogen auf.
  • Nehmen Sie das Stillkissen, eine dicke Decke oder ein großes Kissen und legen Sie es vor sich hin.
  • Legen Sie das Kind ganz genau in Brusthöhe. Wenn Sie eine große Brust haben, legen Sie diese ebenfalls auf die Unterlage.
  • Bringen Sie Ihr Kind zur Brust - nicht die Brust zum Kind. Warten Sie bis das Kind selbst an die Brust will = Suchreflex.
  • Wenn es den Mund nicht genügend aufmacht, kitzeln Sie die Unterlippe des Kindes mit Ihrer Brustwarze. Das Kind öffnet den Mund wie beim gähnen. Wenn das Kind den Mund nicht richtig offen hat, gelangen seine Zahnleisten nicht hinter die Brustwarze, um dort Druck auf die Milchseen auszuüben.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Baby Ihre ganze Brustwarze in den Mund nimmt, nicht nur die vordere Spitze. So vermeiden Sie wunde Brustwarzen. Drücken Sie den Po des Babys zu Ihrem Bauch, dann wird seine Nase frei und Sie vermeiden auf Ihrer Brust her umzudrücken.
  • Wenn Sie das Kind auf der anderen Seite anlegen wollen, lösen Sie den Saugschluss mit dem kleinen Finger.
  • Legen Sie auf einer Seite mindestens 15-20 Minuten an. Danach die andere Seite. Ist Ihr Baby nach einer Seite schon müde, wickeln Sie es zwischendurch. Dann vermeiden Sie auch unnötiges Weinen vor dem Stillen.
  • Möchte Ihr Baby die zweite Seite nicht mehr, dann ist es vermutlich satt. Kommt es aber nach 1 Stunde wieder, dann sollten Sie um Bauchschmerzen zu vermeiden, die nächste Mahlzeit noch 30 Minuten hinauszögern.

Trinkmenge des Kindes:

1/6 des eigenen Körpergewichts; wiegt ein Baby also 3000 g, so beträgt seine Tagestrinkmenge 500g. Diese wird auf 5 bis 6 Mahlzeiten verteilt. Das Kind trinkt also 80 bis 100 g pro Mahlzeit.

WICHTIG:

  • keine Milchpumpen benutzen, wenn das Kind regelmäßig trinkt. Sonst weiß die Brust nie, wie viel sie produzieren muss
  • bei zu viel Milch Stillschalen einlegen, damit der Überschuss abläuft. Was so abläuft wird nur in geringem Umfang nachproduziert - Milchmenge regelt sich auf das erforderliche Maß.

Wenn Sie das Gefühl haben, eventuell zu wenig Milch zu produzieren auf keinen Fall zufüttern - das ist der erste Weg zum Abstillen - sondern alle 2 Stunden anlegen und 6 Tassen Milchbildungstee trinken. Dem Kind Tee zur Beruhigung geben. Die Brust wird so angeregt zu produzieren. Eventuell über kurze Zeit das Brusternährungsset verwenden falls die Phase länger als 2 Tage andauert. Achten Sie jetzt noch mehr auf Ihre Ernährung. Essen Sie viel Hühnersuppe, trinken Sie über den Durst, Propoliskapseln der Firma Agarad (3 x 1 Kapsel) und eventuell noch ein Johanniskrautpräparat dazu nehmen. Gönnen Sie sich viel Ruhe.