Start > Stillen > Mit welchen Nahrungsmitteln soll ich beginnen?

Mit welchen Nahrungsmitteln soll ich beginnen?

Mit welchen Nahrungsmitteln soll ich beginnen?

Bei der Auswahl der Lebensmittel (nicht nur) für die Beikost sind folgende Prinzipien empfehlenswert:

  • Frisches Gemüse und Obst aus der Region und entsprechend der Jahreszeit.
  • Produkte aus kontrolliert biologischem Anbau. Sie enthalten weniger Rückstände.

Möglichst wenig industriell veränderte Lebensmittel, sondern schonende Zubereitung im eigenen Haushalt.
Zurückhaltung mit artfremdem Eiweiß, weil es Allergien auslösen kann. Außerdem belastet Eiweiß in größeren Mengen die kindlichen Nieren. Quark, Eier und Fisch sollten deshalb erst gegen Ende des ersten Lebensjahres auf dem Speiseplan erscheinen.
Wenig Zucker. Die Vorliebe für Süßes ist zwar angeboren, aber wie stark das Essen gesüßt sein muss, damit es angenehm schmeckt, ist eine Gewöhnungssache, die bereits im Säuglingsalter festgelegt wird. Daher tun Sie Ihrem Kind einen großen Gefallen, wenn Sie sein Essen wenig süßen.

Pflanzliche Produkte:
Gemüse:
Als erste Beikost gut geeignet sind nitratarme einheimische Gemüse. Nitratreiches Gemüse sollte erst später und nicht zu oft gegeben werden. Beim längeren Lagern, beim Wiedererwärmen und im Magen-Darm- Trakt des kleinen Kindes wird das Nitrat teilweise in Nitrit umgewandelt. Nitrit reagiert mit dem roten Blutfarbstoff, so dass dieser keinen Sauerstoff mehr transportieren kann. Höhere Nitrit-Konzentrationen können zur lebensgefährlichen Blausucht führen. Außerdem kann Nitrit zu Krebs erregenden Nitrosaminen umgesetzt werden. Der Nitratgehalt schwankt je nach Sorte und Anbaubedingungen. Vor allem bei Gewächshausware im Winter ist er deutlich erhöht.
Nitratarme Gemüse: Blumenkohl, Brokkoli, Erbsen, Kartoffeln, Kürbis, Möhre, Pastinake, weiße Rübchen, Zucchini.
Nitratreiche Gemüse: Blatt- und Kopfsalat, Kohlrabi, Mangold, Rote Bete, Sellerie, Spinat.

Getreide:
Geben Sie Ihrem Kind im ersten Lebensjahr nur erhitztes Getreide. Durch das Erhitzen wird es "vorverdaut" und von Ihrem Kind besser vertragen.

Reis, Hirse und Mais enthalten gar kein Gluten. Sie sind, in dieser Reihenfolge, gute Ausgangsgetreide, besonders als Instantflocken. Hafer enthält weniger Gluten als die genannten Getreide, ist gut bekömmlich und deshalb ab dem siebten Monat zu empfehlen. Weizen, Dinkel, Grünkern, Roggen und Gerste wegen ihres Glutengehaltes nicht vor dem achten Monat geben, bei allergener Vorbelastung durch die Eltern erst ab dem zehnten Monat.
Vollkorngetreide kann Fleisch als Eisenquelle ersetzen, zumal, wenn es mit Obst kombiniert wird, denn die Obstsäure fördert die Eisenaufnahme (Hirse, Dinkel, Hafer, Roggen, Weizen).

Obst:
Möglichst frisches, reifes, einheimisches Obst der Saison geben. Apfel ist roh gerieben günstig bei Verstopfung und gekocht günstig bei Durchfall. Beerenfrüchte, wie Erdbeeren und rote Johannisbeeren, sowie Kiwis und Zitrusfrüchte enthalten zu viel Fruchtsäure und sind deshalb ungeeignet. Bei Bananen möglichst Bio-Bananen kaufen.

Tierische Produkte:
Fleisch können Sie geben, doch ist es nicht erforderlich. Der Eisenbedarf des Kindes kann außer aus Muttermilch auch gedeckt werden durch Gemüse und Vollkorngetreide (vor allem Hirse) mit etwas Obst, da Vitamin C die Eisenaufnahme fördert.

Kuhmilch und Milchprodukte brauchen Sie nicht zu geben, solange Ihr Kind neben der Beikost mehrmals täglich gestillt wird. Rohe Tiermilch sollte keinesfalls vor dem ersten Lebensjahr gegeben werden. Fettarme Milch, H-Milch und Kondensmilch sind zur Kinderernährung ungeeignet. Um auszuprobieren, ob Ihr Kind Kuhmilch verträgt, bieten sich eiweißarme Milchprodukte an: Butter, Sahne oder Doppelrahmfrischkäse (mit wenig Salz). Auch milden Joghurt mit überwiegend rechtsdrehender Milchsäure vertragen viele Kinder gut. Wenn Sie Milch einführen, verwenden Sie am besten pasteurisierte Vollmilch, und geben sie die ersten 4 Wochen 1/3 Wasser dazu, das dann immer weiter reduziert wird.

Honig kann für den Säugling gefährliche Botulismus-Keime enthalten. Nach dem ersten Geburtstag schaden diese Keime Ihrem Kind nicht mehr.

Getränke:
Das einzige Getränk, das Kinder wirklich brauchen, ist Wasser. Und auch das erst, wenn sie größere Mengen fester Kost zu sich nehmen. Bei wenigen Teelöffeln fester Nahrung kann die fehlende Flüssigkeit noch über die Muttermilch ausgeglichen werden. Außer Wasser können Sie ungesüßte Tees geben. Obstsäfte sollten Sie unbedingt stark verdünnen. Am besten trinkt das Kind gleich aus einem normalen Becher. Die Kinder lernen das sehr schnell. Man kann sie auch in der Badewanne üben lassen, wenn das Badewasser keine Zusätze enthält. Eine Flasche ist nicht nötig, auch keine Tasse mit Saugaufsatz. Beide stören nur das durch das Stillen optimal aufgebaute Zusammenspiel der Gesichtsmuskulatur. Dauernuckeln an der Flasche erhöht das Kariesrisiko, selbst wenn nur Wasser in der Flasche ist, denn die Zähne sind dann nicht von dem schützenden Speichel umspült.

Zurückhaltung ist sinnvoll bei Zucker, Salz und scharfen Gewürzen.