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Babypflege

Tipps für die Babypflege

Hebamme: Mutter und Baby

Waschen Sie Ihre Hände mit Wasser und Seife, bevor Sie zum Kind gehen (desinfizieren der Hände mit Sterilium ist zu Hause nicht notwendig; in Ihrem Hause werden sich kaum desinfektionsresistente Keime finden). Bis zum 6. Lebensmonat reicht das vollkommen aus. Danach sind sie so widerstandsfähig, und dem im Haushalt gängigem Schmutz durch Krabbeln und Robben so vertraut, dass auch dies nicht mehr nötig ist.

Schnuller/Sauger
Bis zum 6. Lebensmonat sollten Sie auch die Schnuller oder Sauger jeden Tag 10 Minuten auskochen und in einem verschlossenen Gefäß aufbewahren.

Waschen des Babys: mit klarem Wasser

Baden
Ein- bis zwei mal pro Woche mit klarem Wasser, einmal pro Woche ein Badeöl ins Badewasser geben, danach das Kind gut abtrocknen, besonders in den Hautfalten - Pudern, Einölen, Salben sind dann nicht mehr nötig. Im Winter machen Sie Ihrem Kind eine besondere Freude, wenn Sie es trocken föhnen, allerdings Geschlechtsteile dabei mit einem Handtuch abdecken.

Die Hebamme berät beim Wickeln des Babys

Wickeln
Je nach Geschmack mit Stoffwindeln oder Wegwerfwindeln. Bei Auftreten von Windel-Dermatitis (ein Ausschlag, der auf die Windeln zurückgeführt wird) sollte man zuerst die Marke der Wegwerfwindeln wechseln, oder eine Zeit lang Stoffwindeln benutzen, bevor man zu Medikamenten greift (Kinderarzt konsultieren). Es gilt aber: Egal, ob Sie Ihr Kind mit Stoff- oder Wegwerfwindeln wickeln, nur mit kaltem Wasser den Popo abwaschen (die Haut wird widerstandsfähiger). Vermeiden Sie bitte Öl- oder Feuchttücher, nutzen Sie Wattepads und Wasser. Wenn Sie eine kleine Thermoskanne an den Wickeltisch stellen, ist die Handhabung ganz einfach. Wenn die gelbe Farbe des Muttermilchstuhls am Popo nicht abgeht, geben Sie auf Ihr nasses Wattepad ein paar Tropfen Salatöl, damit lässt sich alles mühelos abwaschen. Vorteilhafter besonders für Jungs sind Stoffwindeln, da die Überhitzung der Hoden durch Wegwerfwindeln die Spermienqualität beeinflussen kann.

Hautprobleme
Wenn Pickel auftreten, Haut mit 0,9 %-iger Meersalzlösung besprühen oder betupfen, antrocknen lassen und erst 1 bis 2 Tage später abwaschen. Die Pickel haben sich dann verseift. Herstellung der Lösung: ½ Liter Wasser, 1 Teelöffel Meersalz vom Toten Meer (Israel) aufkochen, abkühlen lassen.

Die Hebamme hat manchen Tipp, wenn das Baby nicht schlafen will

Schlafstörungen
Buchtip: "Schlaf, Kindlein schlaf" von Richard Färber, erschienen im Edition Trobisch Verlag

Wundsein
Durch Zahnen, Vitamin C-haltiges Obst oder Säfte und eventuell nach einer Antibiotikagabe kann Ihr Kind wund werden. Waschen Sie den Po mit 100 ml Wasser plus 1 Teelöffel Natron. Diese Lösung  können Sie 24 Stunden gebrauchen. Danach sollte sie erneuert werden. Legen Sie Heilwolle in die Windel und wenn nach einem Tag kein Erfolg sichtbar ist, benutzen Sie bitte erst dann eine Zinkpaste. Falls es nach weiteren 1 bis 2 Tagen immer noch nicht besser ist, Po auf Pilz untersuchen und den Kinderarzt konsultieren. Fungizide Wundsalbe auf Wollwachsbasis mit ätherischen Ölen, Kamille, Bohnenkraut und Lavendel ist als Alternative zu den handelsüblichen auf chemischer Basis beruhenden Produkten vorzuziehen.

Wiege
Naturmaterialien eignen sich besonders gut, im Schlafbereich des Kindes. Achten Sie beim Kauf von Schlafsäcken, dass Sie mit Baumwolle oder Daunen gefüllt sind. Kein Kissen, es reicht eine Windel. Diese wird im oberen Viertel der Matratze eingeschlagen. Seit 2002 werden Schlafsäcke bevorzugt, die Gesellschaft der Johanniter empfiehlt keine Decken, keine Felle, keine Nestchen wegen der Überwärmung, um so die Gefahr eines vorzeitigen Kindstodes zu reduzieren.

Blähungen
Zeigt sich durch harten Bauch, Anziehen der Beine, Unruhe und plötzlichen Aufschreiens Ihres Babys. Auch nach Gabe von Fluor-Tabletten möglich. Weil Babys mit zu wenig Darmflora auf die Welt kommen, setzen meistens nach 14 Tagen Blähungen ein, weil die Nahrungsmenge des Kindes sich vergrößert und die Darmflora des Kindes sich noch nicht vermehrt hat, dadurch kommt es im Darm zur Vergärung anstatt zur Verdauung. Um diesen Mißstand auszugleichen, empfiehlt es sich, dem Baby zusätzlich Darmflora zu geben.

Behandlung:

  • Auf regelmäßiges Aufstoßen achten, Kind aufrecht halten, über die Schulter legen und nicht allzu zaghaft auf den Rücken klopfen und unterstützend große Fontanelle leicht reiben, Baby mit dem Rücken vor den eigenen Körper nehmen und die Beine des Babys kreisen - regt die Verdauung an.
  • Legen Sie ein warmes Kirschkernsäckchen auf den Bauch (Mikrowelle: 360 Watt 1 Minute oder Backofen: 150 °C 7 Minuten)
  • Nahrung der Mutter überprüfen auf blähende Nahrungsmittel
  • 4-Windeöl im Uhrzeigersinn um den Nabel einreiben
  • Fencheltee geben oder Kamille ganz mit 2 Blättern Lorbeer kochen
  • 3-Symbiose Plus von hypo-A, Dosierung nach Anleitung der Hebamme

Schreizeiten
Säuglinge können auch ohne Grund abends 3 Stunden von ca. 18:00 bis 21:00 Uhr quengelig und unruhig sein. Sie brauchen dann Ihre Nähe und Zuneigung und wollen unterhalten sein. Kinder spüren genau, wann Sie Zeit haben und sich mal gemütlich hinsetzen wollen - das ist die Gelegenheit - jetzt möchte ich mit Mama spielen. Nehmen Sie sich die Zeit - es lohnt sich!

Tränenreiche Babyzeit

Zusammenfassung aus Hebammenforum Juni - August
Broschüre des BDH von Brigitte Hanning

Was könnte die Ursache des Schreiens des Babys sein?

  • Windel - neue Windel anlegen.
  • Blähungen
  • Nähe/Zuwendung: Dann wäre es sofort, ruhig wenn Sie es aus seinem Bettchen nehmen
  • Hunger: Dann würde es nach dem Essen friedlich schlafen (ausgenommen Wachstumsschübe, die bei 8 Tagen, 2, 4, 6, 8, 12 und 16 Wochen alten Babys einsetzen).

Wichtig: Sie sind nicht Schuld daran, dass das Baby schreit!
Wenn das alles nichts gebracht hat...

  • Hat das Baby vielleicht Angst vor der Weite in seinem Bett, anstatt der wohlvertrauten Enge und des Gehaltenwerdens in der Gebärmutter.
  • Weinen ist nichts Schlimmes; durch Weinen wird emotionaler Stress abgebaut.
  • Wichtig: Weinen lassen! Zuhören, das Baby möchte Ihnen mitteilen, dass es Angst hat und sich nicht zurecht findet. Den Mund stopfen (Schuller) würde dieses Gefühl nicht verdrängen.
  • Beruhigungsmaßnahmen irritieren oft noch mehr, da die Ursache des Weinens nicht behoben wird - im Gegenteil, sie geben dem Kind noch mehr das Gefühl des Unverstandenseins und der Frust wird noch größer.
  • Trost ist keine Beruhigungsmaßnahmen, sondern zeigt Verständnis und Beistand. Der Tröstende kann sein Gegenüber nicht aus der Lage befreien, nur das Ertagen erleichtern und in den schmerzhaften Gefühlen begleiten, ohne dabei vom Kummer abzulenken.

Begegnen Sie der Sache praktisch - reden Sie mit dem Kind:
"Ja, Ich weiß, dass du jetzt weinen musst. Das Ganze war zuviel für dich (Besuch, Einkauf, Kinderarzt,...)". Sie müssen nicht immer genau wissen, warum das Baby weit. Wenn Sie den Gedanken, Ihrem Kind beizustehen, verinnerlicht haben, wird es Ihnen sicher nicht schwer fallen, es zu bestätigen.

Sie brauchen nur anzuerkennen, dass es einen Grund für das Weinen gibt. Wichtig ist, den emotionalen Kontakt zum Baby immer aufrecht zu erhalten.

Beruhigen ist kein Bewältigungsmittel
Durch Vermeiden sowohl der schmerzhaften Situation als auch durch Ablenkung wird die Frusttoleranz, Belastbarkeit und Konfliktfähigkeit des Kindes nicht gefördert, sondern eher die Abhängigkeit von Hilfsmitteln erhöht (Fliegergriff, Herumtragen, Schnuller, Stillen, Singen, Wippen, etc.).

Suchen Sie sich eine gemütliche Ecke und schalten sie Störfaktoren aus. Atmen Sie tief und ruhig, versuchen Sie, Ihren inneren Halt zu finden, entspannen Sie sich so gut wie möglich. Verabschieden Sie sich von dem Gedanken, dass Sie durch Ihre Inkompetenz schuld an den Tränen des Kindes sind. Gehen Sie zusammen mit Ihrem Baby durch diese Krise.

Halten Sie Ihr Kind Bauch an Bauch, dicht am Körper. Das Köpfchen muss aufliegen - so kann das Baby die Verantwortung abgeben. Die Hände und Beine sollten ebenfalls fest an den Körper gedrückt sein. Das Baby wird wahrscheinlich weiter weinen. Denken Sie aber immer, dass es notwendig ist, dass das Baby seinen Tränen freien Lauf lassen kann. Halten Sie es ganz fest und kuscheln Sie sicher immer mehr in Ihre gemütliche Ecke. Wenn Sie dabei auch Ihrer Frustration über Ihren fehlenden Schlaf, oder auch den Schmerz über die Traurigkeit des Baby freien Lauf lassen wollen, weinen Sie beide einfach zusammen.

Bedenken:
Warum soll mein Kind an mich drücken, wenn es sich so wehrt?
Um Ihrem Kind Halt zugeben, auch wenn es dies zunächst abzulehnen scheint.

Sie haben Angst, den Willen des Babys zu brechen.
Priorität hat, emotionale Stauungen abzubauen. Die Entscheidung eines Kindes tritt erst mit ca. 16 - 18 Monaten in Kraft, wenn es sich abgrenzen möchte. Bis dahin versucht es, die Symbiose, die es im Uterus erlebt hat, aufrecht zu erhalten.

Muss ich es immer machen? Brauche ich dazu immer so lange?
Wenn Ihr Baby Ihrer Meinung nach ohne plausiblen Grund weint und Sie regelmäßig die Haltetherapie anwenden, wird der Zeitraum des Weines immer kürzer. Regelmäßiger Stressabbau ist besser als stundenlange Beruhigungspraktiken.

Welche Bedürfnisse hat mein Kind?
Das Bedürfnis nach Geborgenheit, die Welt da draußen ist ihm viel zu weit. Babys strampeln gerne frei auf dem Wickeltisch mit Ihnen zusammen, jedoch allein im Bett oder an Ihrem Körper fühlen sie sich geborgener, wenn sie eingewickelt sind. Baby fühlen sich wohler, wenn ein immer wiederkehrender Tagesablauf eingehalten wird. Vermeiden Sie ständig wechselnde Tagesabläufe, veränderte Schlafzeiten und Orte.

Diagnose Schreibaby
Dreier Regel: Wenn das Baby in einem Zeitraum von mehr als 3 Wochen an mehr als 3 Tagen der Wochen länger als 3 Stunden pro Tag schreit, dann spricht man von exzessivem Schreien. Hier sollten Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, da hier die Ursachen tiefer gehen. Hilfe finden Sie z.B. hier: www.psychoanalysestgt.de, Babyambulanz,
oder hier: www.profamilia-online.de, Beratungsstelle Stuttgart, Dipl.-Pädagogin Ingrid Lieber