Ursula Flagmeier
Praxis und Hebamme
Was spricht für eine Hausgeburt
Wann ist eine Hausgeburt nicht möglich
Bonding - die Herausbildung einer Eltern-Kind-Beziehung
Was spricht für eine Hausgeburt
Immer mehr Frauen kehren zurück zur alten Tradition der Hausgeburt. Eine erfahrene Hebamme steht Ihnen während der ganzen Zeit zur Seite. Sie gebären im vertrauten Umfeld und erleben dieses besondere Ereignis mit Ihrer Familie.
- Sie sind in ihrer gewohnten Umgebung.
- Familienangehörige und Freunde können Ihnen zur Seite stehen und am Geburtserlebnis teilhaben.
- Eine Hebamme betreut Ihre Geburt von Anfang bis Ende (kein Schichtwechsel wie im Krankenhaus).
- Sie können ihre Hausgeburtshebamme in der Schwangerschaft bereits kennen lernen bei einem Geburtsvorbereitungskurs und/ oder in der Schwangerenvorsorge.
- Sie können die ganze Zeit über nach Bedarf oder Wunsch essen und trinken.
- Keine invasiven Maßnahmen während der Geburt, dass heißt es wird nicht in die Geburt eingegriffen, so lange alles seinen normalen Gang nimmt, nur auf Wunsch und Absprache oder wenn die Geburt länger als 24 Std. dauert:
- Schmerzmittel, die den Geburtsverlauf verzögern oder beeinträchtigen, werden vermieden.
- Einen venösen Zugang (Dauernadel) bekommen Sie nur im Notfall bei starken Blutungen.
- Die Herztonüberwachung wird nur bei Bedarf und Geburtsfortschritt gemacht - kein lästiges Dauer-CTG .
- Dammschnitte werden sehr selten gemacht , Risse heilen besser, sind meistens kleiner und besser zu nähen - natürlich in Lokalanästhesie.
- Sie haben die Möglichkeit, Ihre Geburtsposition frei zu wählen: ob im Wasser, im Stehen am Seil, auf dem Hocker, in der Hocke, hängend zwischen zwei Personen oder im Vierfüßlerstand, das bleibt ganz Ihrem Empfinden überlassen.
- Bonding ist bei Hausgeburten selbstverständlich, es ermöglicht Ihrem Kind einen leichteren Zugang zu sich selbst und zu seiner Umwelt - siehe weiter unten.
Nachteile einer Hausgeburt
- Eine Geburt kann zuhause nicht operativ beendet werden (4% Kaiserschnittrate).
- Bei absinkenden oder auffallenden Herztönen wird eine Verlegung in die Klinik erforderlich.
- Es kann kein Arzt zu einer Geburt hinzugezogen werden, es sei denn Ihr Frauenarzt erklärt sich dazu bereit.
- Bei starken Nachblutungen und / oder ausbleibender Nachgeburt wird eine Verlegung erforderlich.
- Eine Kinderklinik ist erst durch den Transport mit einem Rettungswagen zu erreichen.
Wann ist eine Hausgeburt nicht möglich
- Bei mehr als einem vorausgegangenem Kaiserschnitt
- Bei starker Thromboseneigung und regelmäßiger Heparin-Gabe
- Bei ausgeprägter EPH - Gestose
Sie haben Fragen zur Hausgeburt? Gerne berate ich Sie in meiner Sprechstunde oder bei Ihnen zu Hause ,vereinbahren Sie einen Termin: Tel. 07150-97 09 63.
Bonding - die Herausbildung einer Eltern-Kind-Beziehung
Vor einigen Jahren habe ich bei einer Hausgeburt das Bonding kennen gelernt und war überrascht und fasziniert von dem Instinkt, dem Säuglinge nachgehen, wenn sie nicht gleich nach der Geburt angezogen werden.
Ich durfte miterleben, wie Frauke und Jonathan die ersten 24 Stunden nach der Geburt nackt bei Sabine auf der Brust lagen und sie selbstständig ihre Körpertemperatur hielten. Die Körpertemperatur von Sabine reichte für beide Kinder aus, um sie warm zu halten. Mit der Körpertemperatur der Mutter wird auch ihr spezifischer Geruch von den Kindern wahrgenommen - das löst bei den Babys ein Erkennen und Geborgenheitsgefühl aus. Frauke und Jonathan suchten die Brust und saugten lang und ausdauernd. Das Saugen ist Befriedigung und Lebensbestätigung zugleich. Stillen ist nicht nur: gefüttert werden, sondern auch intensiver intimer Körperkontakt mit der Mutter.
Durch den andauernden Körperkontakt und das lange getragen werden - wie in der Schwangerschaft - bilden die Kinder ein gutes räumliches und rhythmisches Wahrnehmungsgefühl aus. Wahrnehmung dient nicht nur der Orientierung, sondern auch später dem Sprachverständnis und der Sprachbildung. Halten bzw. gehalten werden und während des gehalten-werdens zu sprechen, ist ein Bedürfnis, das nicht nur Liebende haben, sondern es beinhaltet die geschützte und gesicherte Kommunikation zwischen Mutter und Kind und deren Umwelt, in der es sich geborgen fühlen möchte.
Babys entwickeln ein für sie eigenes Meldesystem, manche meckern nur, andere schreien aus Leibeskräften, je nachdem, wie die Mutter auf das Baby reagiert. Auch dieses Reagieren beeinflusst die Psyche des Kindes und zeichnet nachhaltige Spuren in die kleine Seele, Vertrauen wird in den ersten Lebensmonaten gebildet -
Vertrauensvolle Menschen sind nachweislich erfolgreicher und lebensbejahender.
Nach einer Hausgeburt gibt es genügend Raum, dass in diesen wichtigen ersten Lebensstunden Eltern und Kind zueinander finden.






